01.10.2019 - 09:00 Uhr

freenet AG bekräftigt ihre Entscheidung, gegen die vorgeschlagene Kapitalerhöhung der Sunrise im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von UPC Schweiz zu stimmen


Büdelsdorf, 1. Oktober 2019 – Die freenet AG bekräftigt ihre Entscheidung, gegen die vorgeschlagene Kapitalerhöhung der Sunrise Communications Group AG ("Sunrise") im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von UPC Schweiz (die "Transaktion") zu stimmen.

Die Anpassung der Zielkapitalstruktur berücksichtigt nur oberflächlich die von freenet genannten Forderungen sowie die grundlegenden strategischen Herausforderungen hinsichtlich der Transaktion. In ihrer Gesamtheit führt die Transaktion nach wie vor zu einem Wertverlust für alle bestehenden Sunrise Aktionäre. freenet erachtet die strategischen Beweggründe der Transaktion als grundlegend unzureichend.

freenet ist der festen Überzeugung, dass Sunrise als eigenständiges Unternehmen hervorragend positioniert ist und aufgrund seiner exzellenten strategischen Stellung in einem der attraktivsten Telekommunikationsmärkte ein enormes Kurspotential besitzt. Alle diese Vorteile sind ohne den Abzug von signifikanten Integrationsrisiken, die sich aus der Transaktion ergeben, erreichbar.

Die Anpassung der Zielkapitalstruktur entspricht nur ansatzweise den sehr ungünstigen Transaktionsbedingungen, wie dem überhöhten Kaufpreis für eine zukünftig nicht mehr wettbewerbsfähige Technologie, der unzureichenden Aufteilung der Risiken und der Wertschöpfungspotentiale zwischen Sunrise, Liberty Global und UPC-Anleihegläubigern:

freenet begrüßt, dass Sunrise die angestrebte Kapitalstruktur überprüft hat und einen höheren Verschuldungsgrad in Betracht zieht. Das Sunrise Management hat trotz anfänglicher Widerstände erkannt, dass freenet´s Bedenken bezüglich der ursprünglichen Zielkapitalstruktur berechtigt und im besten Interesse aller Sunrise Aktionäre waren. Die Erhöhung des Verschuldungsgrads geht weder weit genug, um die äußerst ungünstigen Transaktionsbedingungen zu adressieren, noch verbessert sie die strategische Begründung der Transaktion. Die neue Kapitalausstattung reduziert lediglich den Verwässerungseffekt.

freenet bekräftigt ihre Bedenken hinsichtlich der sehr unausgewogenen und nachteiligen Transaktionsbedingungen für alle bestehenden Sunrise Aktionäre, ungeachtet der operativen und wirtschaftlichen Geschäftsentwicklung von UPC Schweiz und der Kabeltechnologie im Allgemeinen (für weitere Einzelheiten verweisen wir auf zusätzliche Informationen in Annex 1):

  • Strategische Beweggründe: Die strategische Rationale der Transaktion ist grundlegend anzuzweifeln, da die Kabeltechnologie gegenüber 5G unterlegen ist und sich Glasfaser aufgrund des beschleunigten technologischen Fortschritts durchsetzen wird. Entsprechendes hat sich bereits in vielen anderen Telekommunikationsmärkten gezeigt.
  • Kaufpreis: Der Kaufpreis und die implizite Unternehmensbewertung für die UPC Schweiz sind zu hoch.
  • Allokation der Synergien: Ein Großteil der potenziellen Synergien werden im Vorfeld an Liberty Global gezahlt, wobei die bestehenden Sunrise Aktionäre die Umsetzungsrisiken tragen. freenet erkennt die Ankündigung höherer erwarteter Synergien an, bleibt hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit insgesamt sehr skeptisch, da Dissynergien zu erwarten sind.
  • Transaktionsstruktur: Die Strukturierung der Akquisition über eine reine Barzahlung überträgt alle Ausführungsrisiken auf die Sunrise Aktionäre.
  • Struktur der Finanzschulden: Die Übernahme der UPC Anleihen kann zu erheblichen Risiken für Sunrise und ihre Aktionäre führen. Durch die Aufwertung auf eine Investment-Grade-Struktur erfolgt ein erheblicher Werttransfer von über 300 Mio. € von den Sunrise Aktionären an die UPC-Anleihegläubiger.

freenet ist nach wie vor der Überzeugung, dass der Ausschluss von konstruktiven Aktionärsvertretern aus den laufenden Diskussionen über die Transaktion im Sunrise Verwaltungsrat aufgrund gegenteiliger Auffassung kein adäquater Weg ist. Diese Vorgehensweise hat die Möglichkeit genommen, Lösungsansätze im besten Interesse von Sunrise sowie aller weiteren Stakeholder gemeinsam auszuarbeiten.

Der Vorstand der freenet AG hat seine Bedenken bezüglich der Transaktionsbedingungen beständig kommuniziert – diese wurden jedoch über einen Zeitraum von sieben Monaten vom Sunrise Management abgelehnt und als nicht umsetzbar eingestuft. Die plötzliche Änderung der vorgeschlagenen Transaktionsfinanzierung wirft insofern die Frage auf, ob das Sunrise Management nach wie vor von der Transaktion und ihren Rahmenbedingungen überzeugt ist.

Mit Blick auf die genannten Bedenken in Bezug auf die Transaktionsbedingungen und die strategische Begründung ist es im besten Interesse von Sunrise und allen Aktionären, die Transaktion abzulehnen. Die strategische Logik und die Transaktionsbedingungen sind inakzeptabel und wertvernichtend – insbesondere unter Berücksichtigung der hervorragenden Aussichten und Wertschöpfungspotentiale von Sunrise als eigenständiges Unternehmen.

Sunrise als eigenständiges Unternehmen hat hervorragende Zukunftsaussichten mit enormen Kurspotential, sofern Kapital- und Managementressourcen nicht für eine unangemessen hohe Kaufpreiszahlung einer nicht zukunftsfähigen Technologie verwendet werden. 

Daher bekräftigt freenet ihre Entscheidung, auf der außerordentlichen Generalversammlung gegen die vorgeschlagene Kapitalerhöhung der Sunrise im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von UPC Schweiz zu stimmen.

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